Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in Staffel

Von 10. August 2015Allgemein

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger in Staffel,

wie wir inzwischen alle wissen, stehen wir allesamt vor einer großen Herausforderung. Bereits am letzten Wochenende wurde auf dem Bosch Gelände zwischen Meier Guss und der ICE Strecke die Zeltunterkunft als Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in Betrieb genommen. Die Schnelligkeit, in der dies geschehen ist, hat uns alle überrollt, zeigt aber auch die Brisanz der Entwicklung.

Wir reden derzeit von etwa neunmal so vielen Flüchtlingen wie im vergangenen Jahr. Es ist müßig, nun posthum darüber zu diskutieren, ob die Wahl des Standortes sinnvoll und überlegt gewesen ist. Der Bürgermeister Martin Richard hat am Montag, den 20.7.2015 diese Entscheidung binnen weniger Stunden getroffen, beziehungsweise treffen müssen. Ich kommentiere diesen Sachverhalt nicht. Denn Zeit für Diskussionen blieb mir nicht und wird uns auch aktuell nicht weiter bringen. Ich als Ortsvorsteher wurde zeitnah über die Entscheidung informiert, mehr nicht. Die Situation ist da und wir können sie nicht ändern.

Nun gilt es, gemeinsam mit dieser Situation zu leben und die Herausforderungen mit Tatkraft anzunehmen. Das Thema Angst und Befürchtungen darf hierbei auch nicht totgeschwiegen werden. Glauben Sie es mir: auch ich bin unsicher, was hier auf Staffel und auf mich als Ortsvorsteher zukommt. Wir müssen in dieser Situation auch klar herausstellen, dass diese Erstaufnahmeeinrichtung nicht eine Angelegenheit von Staffel ist, sondern ganz Limburg betrifft. Am Tag der Bekanntmachung wurde mir die Unterstützung der Ortsvorsteherin der Kernstadt spontan zugesagt.

Zum Sachstand: Auf dem genannten Gelände ist eine Zeltstadt errichtet worden, die nach derzeitigem Stand für die Dauer von drei Monaten in Betrieb stehen soll. Erstaufnahme in einer Zeltstadt bedeutet, dass die ankommenden Flüchtlinge eine mittlere Verweildauer von nur einer knappen Woche haben werden. Für die Wintermonate wird nach festen Unterkünften gesucht, in der Regel handelt es sich hierbei um leerstehende Kasernen.

Für Anregungen, Angebote von ehrenamtlichen Helfern, aber auch einfach Anfragen zu detaillierter Information stehe ich uneingeschränkt zur Verfügung. Ich werde mich entweder persönlich um Ihre Anliegen kümmern oder diese an die entsprechenden kompetenten Stellen weiterleiten. Ich möchte Sie bitten, Ihre Anliegen bevorzugt per E-Mail an mich zu richten. Ich bin berufstätig und muss die mir zur Verfügung stehende Zeit in meinem Ehrenamt einteilen können. Da ich sehr oft auswärtig arbeite, funktioniert dies auf dem Schriftweg besser als per Telefon, insbesondere wenn ich Dritte in die Kommunikation einbinden muss.

Ich bitte Sie in dieser außergewöhnlichen Situation eindringlich um Ihre Unterstützung, so wie auch ich Ihnen meine volle Tatkraft und Mitarbeit auf allen Ebenen zusage.

Ihr Ortsvorsteher

Matthias Schellhorn

3 Kommentare

  • Bettina Heinke sagt:

    Sehr geehrter Herr Schellhorn,

    eben habe ich im TV die Aussage unserer Bildungsministerin gehört, direkt in den Erstaufnahmeeinrichtungen dringend Sprachkurse für die Flüchtlinge anbieten zu wollen.
    Ich bin Deutschlehrerin für Haupt- und Realschulen und habe jahrelange Erfahrungen im Unterrichten von „Deutsch als Fremdsprache“. Ich bin 54 Jahre und nicht mehr berufstätig. Sollten Sie in Ihrer Einrichtung Sprachlehrer für eine Teilzeitbeschäftigung suchen, so würde mich diese Tätigkeit sehr interessieren.
    Gern können Sie mich über meine E-Mailadresse kontaktieren oder eine Nachricht hinterlassen.
    Viele Grüße,
    Bettina Heinke

  • Engel, Barbara sagt:

    Sehr geehrter Herr Schellhorn,

    meine Name ist Barbara Engel. Ich bin 52 Jahre alt und suche dringend eine Beschäftigung in Voll-, alternativ in Teilzeit beispielsweise in einer Erstaufnahmeeinrichtung als Bürokraft/Sachbearbeiterin und/oder Beraterin von Flüchtlingen. Von September 2011 bis Oktober 2013 war ich als Sachbearbeiterin im Bereich Integrationskurse einer vhs für die Koordinatorin der I.-Kurse im Rheingau-Taunus-Kreis tätig. Ich habe Erfahrung mit dem Anwenderprogramm SQL und war zudem für die telefonische und persönliche Beratung von Migranten zuständig. Die Betreuung von Interessenten/Hilfesuchenden macht mir Spaß. Ich kann gute Englischkenntnisse und Grundkenntnisse in Französisch vorweisen. Besteht die Möglichkeit, sich in Ihrer Einrichtung zu bewerben?
    Ich wäre Ihnen für eine kurze Rückmeldung via E-Mail dankbar.
    Freundliche Grüße
    Barbara Engel

  • Matthias Schellhorn sagt:

    Aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes habe ich bei beiden Kommentaren die Rufnummern entfernt.

    Die Erstaufnahmeeinrichtungen sind Einrichtungen des Landes Hessen und werden vom RP Gießen verwaltetet. Ehrenamtliche Tätigkeiten werden über die Limburger Ehrenamtsagentur LEA geregelt. Alle hauptamtlich oder nebenamtlich tätigen Kräfte werden über das RP Gießen eingestellt. Bitte wenden Sie sich direkt dorthin.

    Matthias Schellhorn
    Ortsvorsteher Staffel

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